Der Weinort Gumpoldskirchen, rund 20 km südlich von Wien an der
klimatisch
begünstigten Thermenlinie, wird erstmals in einer Urkunde von 1140
erwähnt,
ist aber zweifellos älter. Zahlreiche Funde lassen sogar auf eine
Besiedlung des
Ortsbereiches in vorgeschichtlicher Zeit schließen. Der stimmungsvolle
Ortskern
mit seinen Renaissance-Höfen und dem Arkaden geschmückten
Rathaus stammt
im wesentlichen aus dem 16. Jahrhundert. Die gotische Pfarrkirche St.
Michael wird
vom Deutschen Orden betreut.
Die Weingartenfläche von Gumpoldskirchen beträgt 480 ha,
davon sind 460 ha
Weißwein und 20 ha Rotwein.
In Gumpoldskirchen wir nachweislich seit dem Mittelalter Weinbau betrieben,
doch dürften in dieser Gegend bereits zur Römerzeit Reben
ausgepflanzt worden sein.
In Folge der günstigen Voraussetzungen bezüglich Klima und
Boden für den Weinbau,
waren viele Stifte und Klöster in Gumpoldskirchen begütert.
Noch heute besitzen
die Stifte Heiligenkreuz (Freigut Thallern), Melk, Klosterneuburg und
der Deutsche Ritterorden
Weingüter in Gumpoldskirchen.
Die Böden sind für den Weinbau hervorragend geeignet. In
der Ebene sind es
Schotterböden, am Hang sind sie durch Kalkverwitterung entstanden.
Das Klima ist warm und trocken, gegen Westen bis Norden vom
Anninger geschützt und nach Südosten offen.
Der Weinvermarktung wird große Bedeutung beigemessen.
In der Vergangenheit wurde der Name „Gumpoldskirchen“ sowohl
im
Inland als auch im Ausland sehr häufig missbräuchlich verwendet.
Es wurden
große Mengen minderer Qualitäten, die nicht aus den Gumpoldskirchner
Rieden
stammten, unter der Bezeichnung „Gumpoldskirchner“ verkauft.
Dies führte im Jahre 1958 zur Gründung eines Markenschutzverbandes
für
den Gumpoldskirchner Wein. Dieser Markenschutzverband verleiht ein
gesetzlich
geschütztes Markenzeichen für Weine „kontrollierter
Herkunft aus Gumpoldskirchen“.
Daneben wird ein eigenes Königsweinetikett vergeben. Dabei muss
der Wein,
neben seiner Herkunft aus Gumpoldskirchen, auch bestimmten Qualitätskriterien
entsprechen, die von einer Kostkommission in gedeckter Kost im Vergleich
zu
einem Regelwein festgesetzt werden.
Spezialitäten aus Gumpoldskirchen sind die nur in Gumpoldskirchen
und in den
unmittelbar angrenzenden Gemeinden angepflanzten Weißweinsorten
Zierfandler
(Spätrot) und Rotgipfler. Diese beiden Sorten stellen höchste
Ansprüche an Klima und
Boden und haben dem Gumpoldskirchner Wein Weltruf verschafft. Die Weine
sind infolge
der Vollreife und der hohen Zuckergrade der Trauben bei der Lese voll,
extraktreich, mit
schöner Säure und markant im Bukett. Auf Grund dieser, von
Natur aus vorgegebenen
Zusammensetzung sind sie für längere Lagerung hervorragend
geeignet und
erreichen ihren qualitativen Höhepunkt als Altweine.
Auch in Zukunft ist die Gumpoldskirchner Hauerschaft bemüht,
einen hohen internationalen Qualitätsstandart zu halten.